Barsinghausen

Stadt zeigt eiserne Spardisziplin: Pro-Kopf-Verschuldung sinkt erneut

Barsinghausen (kad/mari). Die Stadt Barsinghausen baut ihren Schuldenberg nach und nach ab. Seit 2006 sinkt die so genannte investive Verschuldung im Vermögenshaushalt. Grund dafür ist die strikte Zurückhaltung der Stadt bei Investitionen. Zum Stichtag 31. Dezember 2009 lag die Pro-Kopf-Verschuldung jedes Barsinghäusers bei 532 Euro.

Damit steht die Deisterstadt in der Umgebung vergleichsweise gut dar. Jeder Einwohner in der Region Hannover steht theoretisch mit 773 Euro in der Kreide. Vier Kommunen bewegen sich in der Region im vierstelligen Schuldenbereich. Dabei handelt es sich um Laatzen mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1 009 Euro, jeder Isernhagener Bürger kommt demnach auf Miese in Höhe von 1 084 Euro und jeder Pattensener steht theoretisch mit 1 128 Euro in der Kreide. Trauriger Vorreiter ist Seelze mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 2 451 Euro.

Die Entwicklung in Barsinghausen kann, was den Abbau des Schuldenbergs im Vermögenshaushalt angeht, dennoch als durchaus positiv beurteilt werden. Die Pro-Kopf-Verschuldung sank von 684,9 Euro im Jahr 2006 auf 632,9 Euro (2007). Zum 31. Dezember 2008 waren es schließlich nur noch 581 Euro pro Einwohner. Diese Zahlen ermittelte die Bertelsmannstiftung für ihren „Kommunalen Finanz- und Schuldenreport Deutschland 2008“.

Den Schuldenabbau im Vermögenshaushalt erklärt der Erste Stadtrat Marc Lahmann mit strikter Sparpolitik. „Das liegt vor allem daran, dass wir in den Jahren bis 2009 keine Kredite für Investitionen mehr aufgenommen haben.“ Im investiven Bereich hat die Stadt nach Zahlen der Kommunalaufsicht der Region eine Schuldenlast von rund 18 Millionen Euro zu tragen.

Im laufenden Haushaltsjahr hat sich die Situation allerdings gewandelt. „Wir mussten einfach wieder Geld in die Hand nehmen und investieren. Die Notwendigkeit war da“, so Lahmann. Mit Förderprogrammen von Land und Bund sowie dem Konjunkturpaket II konnte die Stadt mit relativ wenig eigenem Geld beispielsweise den Anbau für die Mensa der Goetheschule, die Sanierung der Glück-Auf-Halle sowie die derzeit anlaufende Innenstadtsanierung auf den Weg bringen.

Nicht gesunken sind dagegen die Schulden bei den laufenden Kosten – im Verwaltungshaushalt. „Barsinghausen ist keinesfalls schuldenfrei“, verdeutlicht er. Einsparungen beispielsweise bei den Personalkosten seien hier nicht so einfach zu realisieren, wie der Verzicht auf neue Kredite.

Artikel vom 06.09.2010 - 23.00 Uhr
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