Barsinghausen
Prävention auch im AmateurfußballBarsinghausen (sr). Das aktuelle Thema „Gewalt und Fußball“ spielt in der Region Hannover noch keine Rolle, sagte Rainer Langer. Der Fußball-Sicherheitsbeauftragte nahm gestern an einem Gespräch im Sporthotel teil, zu dem auch Innenminister Uwe Schünemann, Thomas Kliewer, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) Niedersachsen, und Karl Rothmund, Präsident des Niedersächsischen Fußballverband (NFV) gekommen waren.
Im Mittelpunkt standen Möglichkeiten, um Gewalt in und an Fußballstadien zu bekämpfen. Die DPolG hatte im Vorfeld härtere Strafen und lebenslange Stadionverbote für gewalttätige Fans gefordert. Die Polizei geht davon aus, dass es in Deutschland rund 15 000 Problemfans gibt.
Schünemann (CDU) sagte gestern ebenfalls, dass Stadienverbote konsequenter und nachhaltiger durchgesetzt werden müssen. „Wir lassen uns von den gewalttätigen Fußballchaoten den Spaß an dieser Sportart nicht nehmen. Körperverletzungen, Hassgesänge und Pyrotechnik haben in den Stadien nichts zu suchen“, so Schünemann weiter.
Polizeigewerkschaft, Ministerium und NFV hätten das Ziel, die Zahl der Polizeieinsätze und damit die Kosten zu senken, merkte NFV-Präsident Rothmund an. Gleichwohl dürften Sicherheitsstandards nicht zurückgefahren werden. Vielmehr sollten die Unternehmen, die in und an den Stadien den Sicherheitsdienst leisten, zertifizierte Ordner einsetzen.
Die Teilnehmer des Gespräches waren sich einig, dass auf Prävention und Fanarbeit gesetzt werden muss. Und zwar, so Schünemann, auch im Fußball-Amateurbereich.
Strategien gegen Gewalttäter und für Prävention würden von allen Verantwortlichen gefordert. Hauptamtliche Fanbeauftragte müsse es auch in der 3. Liga geben.
Eine weitere Maßnahme ist ein Alkoholverbot in allen Nahverkehrszügen. Gespräche mit der Deutschen Bahn AG laufen. In der Folge müssten aber auch Verkehrsbetriebe wie die Üstra nachziehen, meinte der Minister.