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Aufstieg! Wasserballer schwimmen im GlückSo sehen Aufsteiger aus: Die Wasserballer des HSV schafften den Sprung in die 2. Bundesliga. Foto: nls
Wasserball (ro). Alle klitschenass – aber überglücklich. Der große Segen kam für den HSV im Dauerregen. Mit einem 7:4-Triumph über FS Hannover wurde der Traum vom Aufstieg in die 2. Liga wahr. Und einer freute sich nach dem größten Erfolg in der fast hundertjährigen Vereinsgeschichte ganz besonders: Torhüter Sören Strehler. Der 18-Jährige hatte sich zuvor bei äußerst widrigen Wetterverhältnissen fünf Stunden lang von Potsdam über Autobahn und Landstraße nach Hameln gequält – und sich dabei anscheinend so richtig heiß auf diese letzte Partie in der Oberliga gemacht. Denn endlich im Wasser angekommen, war Strehler gleich auf Betriebstemperatur und raubte den Hannoveranern mit zahlreichen Paraden und zwei gehaltenen Strafwürfen den letzten Nerv. Bezeichnend für seine überragende Leistung: Das erste Gegentor kassierte er erst nach 13 Minuten. Im Wasserball eine Ewigkeit. „Sörens großer Aufwand hat sich gelohnt. Eine tolle Torwartleistung“, freute sich Wasserballwart Dietmar Müller, früher selbst einmal ein ganz Großer zwischen den Pfosten.
Doch nicht nur Strehler war im „Alles-oder-Nichts-Spiel“ auf die Sekunde topfit, auch seine Mitstreiter. Zwar leisteten sich die Hamelner zwischenzeitlich ein paar Unkonzentriertheiten, aber am verdienten Erfolg der Schützlinge von Trainer Jens Liedtke gab es letztlich nichts zu deuteln. Topangreifer Steffen Knippertz (4), Robert Rose (2) sowie der erst 16-jährige Lukas Schwuchow mit einem Traumtor aus zehn Metern sorgten für den kollektiven Jubelrausch im Südbad. Die feuchtfröhliche Aufstiegsparty konnte steigen. Sportlich hat der HSV mit dem Sieg über FS Hannover zwar die Voraussetzungen für die 2. Bundesliga geschaffen, aber geklärt werden muss nun noch die wirtschaftliche Ebene.
„Jetzt wollen wir erst einmal zur Ruhe kommen und sehen, ob wir dieses Abenteuer angehen können. Von der Mannschaft her wäre das überhaupt kein Problem, zumindest im unteren Drittel mitzuhalten. Sorgen machen mir nur die Kosten. Außerdem haben wir mit dem Südbad auch nur im Sommer eine zweitligareife Spielstätte“, macht Dietmar Müller deutlich. Da die Mindestmaße für das Spielfeld aber 30 x 20 Meter betragen müssen, bleiben den Hamelnern mangels entsprechender Hallen in der Wintersaison nur zwei Möglichkeiten. „Entweder wir müssen nur Auswärtsspiele bestreiten oder wir weichen nach Hildesheim oder Hannover aus“, erwartet Müller aber schon bald eine Vorstandsentscheidung.
Die Mischung in der Hamelner Mannschaft zwischen Jung und Alt stimmt jedenfalls, haben zudem die beiden 18-Jährigen Robert Rose und Benedikt Schwuchow bewiesen, dass sie schon in der Lage sind, Verantwortung zu übernehmen.
Zum Aufstieg des HSV trugen außerdem noch Tobias Schlecker, Julian Schillig, Benjamin Stratmann, Jens-Pierre Heine, Daniel Funk, Dominic Grünert, Tobias Recker und Vincent Heidrich bei.