Derzeit leitet K+S Salzabwässer in einer Konzentration von 2500 Milligramm Chlorid pro Liter in die Werra ein. Der Wert ist damit fünfmal so hoch wie im Wasserrecht üblich.
Weserbergland (joa). Der Kasseler Salz- und Düngemittelhersteller K+S hält an seinen Plänen fest, seine höchst umweltschädlichen Kali-Abwässer über Werra und Weser zu entsorgen. Eine Vorentscheidung für die Salzpipeline scheint bereits gefallen zu sein. Das Regierungsparlament in Kassel genehmigte dem Unternehmen Bäume entlang der Pipeline-Trasse zu fällen.
Mit einem positiven Bescheid für K+S ist wohl im Frühjahr zu rechnen. Zu spät für den Kasseler Global-Player: Gemäß Naturschutzbestimmungen darf zwischen 1. März und 1. Oktober nicht gerodet werden. Im Falle einer positiven Planfeststellung wären somit sieben Monate bis zum nächsten möglichen Rodungstermin abzuwarten. Und weil das Salzabwasser bis zur Fertigstellung der Leitung kostspielig über die Straße transportiert wird, würde dieser Zeitverlust für K+S Kosten von mehreren Millionen Euro verursachen.
Der Jurist Hans Peter Sawatzki, der als Rechtsvertreter die fünf Oberweser-Städte Beverungen, Boffzen, Höxter, Holzminden und Bodenwerder im Planfeststellungsverfahren begleitet , sieht darin einen ersten Schritt des Düngemittelherstellers, sich seiner Kalilaugen langfristig über Pipelines in die Oberweser oder die Nordsee zu entledigen.
In der Dewezet lesen Sie, wie das Parlament in Kassel seine Entscheidung begründet und welche Alternativprojekte K+S verfolgt.