Hameln
Cemag – Ermittlungen gegen Stadt-MitarbeiterAuch gegen sie wird ermittelt: Die ehemaligen Cemag-Chefs Akbar (li.) und Ali Memari Fard. Foto: Dana
Hameln (ube). Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt bereits seit mehr als einem Jahr gegen einen ehemaligen und einen noch aktiven Mitarbeiter der Stadt Hameln – es gehe „um Korruptionsdelikte“, bestätigt Oberstaatsanwalt Hans-Jürgen Lendeckel entsprechende Informationen der Dewezet. Im Kern soll es um die Frage gehen, ob die ins Visier der Ermittler geratenen Männer (die Namen sind der Redaktion bekannt) der inzwischen insolventen Cemag im Zuge eines Hotel-Neubaus – gemeint ist wohl der Umbau des Klütturm-Restaurants – Vorteile gewährt haben und im Gegenzug dafür mit Einladungen zum Essen oder ähnlichen Annehmlichkeiten belohnt wurden.
Eine Staatsanwältin der für Korruptionsstrafsachen zuständigen Spezialabteilung der Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt gehen einer anonymen Anzeige nach. Ein Ergebnis der Ermittlungen liegt bislang nicht vor. „Die Akten befinden sich noch beim LKA“, sagte Lendeckel gestern im Gespräch. Wie es heißt, sind die Nachforschungen bislang nicht gerade ergiebig ausgefallen. Unklar ist deshalb, ob es überhaupt zu einer Anklage kommen wird.
Mit Details zu diesem Verfahren hält sich die Staatsanwaltschaft auffallend zurück. In der jüngeren Vergangenheit hatte dieselbe Abteilung unter anderem die Ermittlungen gegen zwei Mitarbeiter der Stadt Hameln eingestellt, denen ein Anonymus Bestechlichkeit vorgeworfen hatte. Es ging dabei um die Vergabe der lukrativen Stände auf dem Hamelner Weihnachtsmarkt.
Gegen fünf Beschuldigte – darunter die Brüder Fard – ermittelt seit Herbst 2009 eine andere Schwerpunkt-Abteilung der Staatsanwaltschaft Hannover. Im Fokus der Ermittlungen der Zentralstelle für Wirtschaftsstrafsachen steht nach Informationen der Dewezet Ali Memari Fard. Die Tatvorwürfe lauten: Insolvenzverschleppung, Vorenthalten von Arbeitsentgelt und Betrug. Neun Firmen sollen einen Schaden von 1,2 Millionen Euro erlitten haben.
Die Akten liegen seit März 2010 beim Landeskriminalamt. Unter anderem werden von Spezialisten derzeit immer noch Auskünfte von Banken ausgewertet. Es geht um zirka 64 Konten und „um die Feststellung der Zahlungsfähigkeit der auftraggebenden Gesellschaften“, wie Oberstaatsanwalt Manfred Knothe erklärt. Anders ausgedrückt: Das LKA prüft, ob diejenigen, die seinerzeit Aufträge vergeben haben, bereits zu diesem Zeitpunkt wussten, dass sie die Rechnungen dafür nicht bezahlen werden können. Die Staatsanwaltschaft rechnet damit, dieses Verfahren im Mai/Juni abschließen zu können.
Ging beim Ausbau des Klütturm-Restaurants alles mit rechten Dingen zu? Von einigen wird das bezweifelt. Foto: Wal