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e.on Westfalen-Weser steht zum Verkauf

Hameln/Herford (red). Das kriselnde Energie-Unternehmen e.on trennt sich von seiner kleinsten Regionalgesellschaft e.on Westfalen-Weser AG (EWA). Die Konzernleitung in Düsseldorf bietet das Unternehmen den 36 Kommunen des EWA-Netzgebietes zum Rückkauf an. Über Preisvorstellungen wurde zunächst nichts bekannt.

Gerüchte über Verkaufsabsichten gibt es schon länger, auch weil e.on kurzfristig 6000 Arbeitsplätze abbauen will. Bisher gab es keine offizielle Bestätigung, doch nun ist die Bombe geplatzt. Heute soll die Trennung auf einer Pressekonferenz in Herford bekanntgegeben werden.

Nach Schätzungen liegt der Wert des Unternehmens bei 500 Millionen Euro. Die Stadt Herford hatte noch bis vor wenigen Tagen mit e.on über die Gründung einer gemeinsamen Netzgesellschaft verhandelt. Damit wollte der Konzern in Herford im Stromnetz-Geschäft bleiben und Kommunalisierungsabsichten abwehren. Diese Pläne sind nun vom Tisch.

Kenner der Branche meinen, dass das Angebot Teil einer grundlegenden Umstrukturierung ist. e.on wolle sich auf profitablere Bereiche, vor allem im Ausland, konzentrieren.
Das Unternehmen hatte zuletzt im Lippischen und in Kommunen im Raum Hameln die Konzession zum Betrieb von Stromnetzen an örtliche Stadtwerke verloren.

Reaktionen auf das Angebot gibt es noch nicht. Zu den offenen Fragen gehört, ob eine rekommunalisierte e.on Westfalen-Weser im jetzigen Zuschnitt erhalten bleibt oder auf die Netzgebiete der drei Vorläuferfirmen zurück geschnitten wird.

e.on Westfalen-Weser war erst im Jahr 2003 aus der Fusion der drei  Regionalversorger der Elektrizitätswerke Minden-Ravensberg (EMR,  Herford), Pesag (Paderborn) und Wesertal (Hameln) entstanden. Der e.on-Konzern hält 63 Prozent an der Regionalgesellschaft, die in  Ostwestfalen-Lippe und im südlichen Niedersachsen 31 000 Kilometer  Strom- und 4000 Kilometer Erdgas-Netz betreibt. Hinzu kommen 2400  Kilometer Wasserleitungen. E.on Westfalen-Weser erzielte im Jahr 2010  einen Umsatz von 627 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigt rund 1000 Mitarbeiter. 

Artikel vom 26.01.2012 - 11.46 Uhr
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