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Alte Stiftsmauer hilft jungen Menschen


Fischbeck (pj). Man hört das Hämmern schon von Weitem, wenn man sich von Westen dem Hintereingang nähert. An der Stiftsmauer machen sich junge Leute zu schaffen, mit Hammer und Meißel, ein Maurergeselle ist dabei, setzt Steine wieder ein und gibt den jungen Leuten Tipps. Hermann Bolte, der Maurer war selbst arbeitslos und ist froh, dass er über das Arbeitsamt bei der Jugendwerkstatt für ein Jahr eine Beschäftigung gefunden hat.
 Von dem Projekt profitieren nicht nur die Jugendlichen, die an die Arbeitswelt herangeführt werden, und der Handwerker, auch das Stift zieht seinen Nutzen darauf, denn die historische Mauer wird wieder in Ordnung gebracht. Etliche Meter Mauer sind bereits geschafft. Besucher staunen immer wieder über die Südmauer, die völlig abgerissen werden musste. Danach haben junge Leute der Jugendwerkstatt ein neues Fundament gegossen und die Natursteine wieder aufgesetzt. Über die Wurzeln einer alten geschützten Linde, die aus dem Erdreich herausragten, haben die fleißigen Handwerker einen Bogen gebaut. Der inzwischen rund 200 Jahre alte Riese kann sich frei entfalten, seine Wurzeln können das Mauerwerk nicht mehr anheben. 18 Meter ist die neu aufgebaute Mauer lang und zwei Meter hoch. Ein richtiger Hingucker.
 So soll es auch an der Westmauer werden. Das erste fertige Stück direkt neben der Einfahrt zieht die Blicke bereits an. „50 Meter haben wir bereits fertig, es fehlt in einem Teilbereich noch die Abdeckung der Mauer“, sagt Norbert Friedrich. Der Maurermeister ist bereits seit vier Jahren bei der Jugendwerkstatt in Hameln. Friedrich hat Erfahrung mit altem Gemäuer und in der Arbeit mit jungen Menschen. Am Schloss Bevern hat er bei der Renovierung mitgewirkt, seit nunmehr 20 Jahren ist er außerdem beim Bildungswerk in den Bereichen Jugend- und Erwachsenenbildung tätig.
 Mit Norbert Friedrich ist heute auch Ulrich Bienert auf die Baustelle im Stift gekommen. Er ist Integrationsbeauftragter. Beide sprechen mit den jungen Leuten, die fleißig an der Mauer arbeiten. Die Fugen werden ausgekratzt und wieder neu verstrichen. Ein Stück der historischen Mauer ist bei den Arbeiten eingefallen, muss wieder aufgebaut werden. An dieser Stelle ist Hermann Bolte tätig, dem ein junger Mann gerade eine Schubkarre voll mit Mörtel bringt, den dieser an der Stiftsscheune angemischt hat.
 „Wir haben hier viel Arbeit – aber das ist gut, besser als den Tag über rumzugammeln“, sagt Carsten Kulka. Mehr dazu lesen Sie in unserem Printmedium.

Artikel vom 01.09.2010 - 17.22 Uhr
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