Aktuelles Coppenbrügge - Salzhemmendorf

Naturhof in Dörpe statt Hummerfang in Maine

Dörpe (ist). Wenn Klaus-Dieter Dohme (63) abends von seinem Büro in Coppenbrügge auf seinen Naturhof ins benachbarte Dörpe fährt, schmeißt sich dort Minischwein Paula zu seinen Füßen, lässt sich wohlig grunzend die runde Wampe kraulen und den Bürostress spontan vergessen. Dafür gibt es für sie und ihre drei Jungs Obelix, Wuzzi und Urmel – die ihr längst um ein Vielfaches über den Kopf und um die nicht wirklich schlanke Taille gewachsen sind – die abendliche Abspeckportion von je sechs Mehrkornbrötchen in gepflegtem Zeremoniell Stück für Stück per Hand in die Schnauze. Im Stall daneben kuscheln derweil die Kaninchen Hänsel und Gretel mit dem sechsfachen Nachwuchs. Rundherum auf den Wiesen geben sich hier Esel und Böcke die Hufe, da kratzen Lachs- und Zwerghühnerscharen in der Erde, Enten lutschen am Teich genüsslich schwarze Glibbersticks. Zwerghähne werfen sich mit Machogehabe in die zierliche Brust und halten das Putenheer in Schach. Unweit drängeln sich dreißig blökende Heidschnucken um Dohmes Lebenspartnerin Kornelia Zukowski. Daneben wird gemeckert: Einundzwanzig Ziegen auf der Nachbarweide – keine ohne blumigen Namen – begrüßen sie und den geschulterten Futtersack wie die Grimm’schen Geißlein die heimkehrende Mutter, wenn der Wolf gar nicht da war.
 Eine Vielzahl an Tieren tummelt sich auf dem Naturhof Dohme mit lebenslanger Garantie auf artgerechte Haltung, Nachzucht, Gesundheitspflege und liebevoller Zuwendung zum Nulltarif. Paula und ihr Nachwuchs, Göttinger Minischweine, eine Art, die einst zu Versuchszwecken gezüchtet wurde, werden ihr Leben friedlich und nicht auf der Schlachtbank beenden. Die Thüringer Waldziege Celine mit Beinbruch nach allzu übermütigem Herumtollen kommt nicht etwa gleich unter das Metzgermesser, sondern in Streck- und Gipsverband bis zur Genesung. Während der Stall gemistet wird, spielen die ein bis zwei Hausschweine, die pro Jahr versorgt werden, unter grunzender Begeisterung Fußball in den Gängen vor den Boxen. Die „Mutter-und-Kind“-Abteilung der Nachzuchten lebt unter gehobeltem Buchenfachwerk, das andernorts für das Wohnzimmer gerade gut genug ist. Der Versicherungsfachmann Klaus-Dieter Dohme sorgt vor für den Job nach dem Job. Mehr dazu lesen Sie in unserem Printmedium.

Artikel vom 29.08.2010 - 15.34 Uhr
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