Aktuelles Aerzen - Emmerthal

Musikzüge sorgen mächtig für Missklänge

Emmerthal (cb). Das mangelnde Interesse der heimischen Feuerwehr-Musikzüge an einer Veranstaltung im Emmerthaler Kulturprogramm könnte sich zum Politikum entwickeln – und sich als Bumerang für die Instrumentalisten erweisen. Politiker reagieren mit Unverständnis darauf, dass deshalb das erste Emmerthaler Feuerwehr-Musikzug-Festival abgesagt werden musste. Das Desinteresse könnte für die Kulturschaffenden sogar finanzielle Folgen haben. Erster Gemeinderat Elmar Günzel schlägt vor, die Förderung künftig davon abhängig zu machen, wie weit sich die Musiker für Emmerthal engagieren.
 Eigentlich hatte die Kulturbeauftragte Andrea Gerstenberger mit dem Festival am ersten Oktober-Wochenende eine besondere Premiere im Programm. Anlässlich des Erntedankfestes im Museum für Landtechnik und Landarbeit in Börry sollten Feuerwehrkapellen aus den drei Landkreisen Hameln-Pyrmont, Hildesheim und Holzminden vor einer fachkundigen Jury aufspielen und ihr Können unter Beweis stellen. Gut gemeint: Es ging weniger darum, die Musikzüge untereinander konkurrieren zu lassen, sondern „ihnen eine Plattform zu bieten, weil sie ja auch über Nachwuchsprobleme klagen“. Nachdem es wegen des Wettstreits Bedenken gegeben habe, sei das Konzept noch einmal geändert worden – nun sollte ein Platzkonzert zumindest ein Forum für ein großes Publikum bieten. Eigentlich gab es dann sogar fünf Zusagen von Feuerwehrkapellen, von denen plötzlich drei zurückgezogen wurden. Im Kulturausschuss gab es zunächst aus der Politik vorsichtige Anfragen, ob es vielleicht nur an organisatorischen Dingen gelegen haben könnte. Was Günzel zurückwies – das Festival sei sogar in Kooperation mit den Kreisstabführern der Feuerwehr, verantwortlich für die Musikzüge, geplant worden. Über die Wettbewerbsform habe sich ein Musikzug aber „fürchterlich beschwert“, außerdem hätten auch gewisse „Animositäten“ eine Rolle gespielt. Diese Missklänge übertragen sich nun auf die heimischen Politiker, die im Gegenzug mit einigen Disharmonien reagieren.

Artikel vom 01.09.2010 - 16.56 Uhr
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