Aktuelles Kultur
Streitpunkt Serenadenkonzerte: Kreiskantor erhebt VorwürfeHameln (are). Wie kann man eine etablierte und traditionsreiche Konzertreihe einfach streichen, ohne das Konzept zunächst zu überdenken? Das fragt sich derzeit der Kreiskantor Hans Christoph Becker-Foss, wenn es um die Rotstiftpolitik der Verwaltung geht. „Dass die Serenadenkonzerte nach 67 Jahren einfach geschlachtet werden, ohne dass im Rathaus über eine Änderung nachgedacht wird, mache ich den Verantwortlichen zum Vorwurf“, sagte Becker-Foss nun anlässlich eines Pressegesprächs. Sein Vorwurf beruht auf Unverständnis: „Jetzt haben wir mit dem Saal im Haus der Kirche endlich einen geeigneten Kammermusikraum. Und nun gibt es kein Geld mehr…“
Die Vorwürfe des Kreiskantors an die Verwaltung möchte Stadtpressesprecher Thomas Wahmes nicht kommentieren – aber er dementiert sie auch nicht. Er betont, „dass es uns an einem guten Miteinander mit der Kirche gelegen ist“. Angesichts der prekären Haushaltslage bittet Thomas Wahmes jedoch um Verständnis: „Es ist derart dramatisch, dass wirklich an jeder Stelle gespart werden muss.“
Was nun mit dem für Kammermusik errichteten Saal im Haus der Kirche passiert? Thomas Risel, Pastor der Marktkirchengemeinde St. Nicolai, liegt es am Herzen, die Bedeutung des Saales herauszustellen. Einen vergleichbaren Raum gebe es weit und breit nicht, sagt Risel. „Damit der Saal konzerttauglich wird, haben wir beim Bau extra einen Akustiker hinzugezogen.“ Und so hat Becker-Foss sich bereits Gedanken über eine neue Veranstaltungsreihe gemacht. „Wir möchten eine Konzertreihe im Haus der Kirche aufbauen“, sagt er. Kammermusik mit Klavier solle angeboten werden. Denn dem Haus der Kirche hat der Hamelner Lions Club erst im vergangenen Jahr den Bösendorfer-Flügel gespendet. „Wenn die Stadt nur 1000 Euro zur Verfügung stellt, könnte es klappen“, ergänzt Hans Christoph Becker-Foss, der nach eigener Aussage bereits mit einem „interessierten Sponsor“ in Verhandlung steht.
Zunächst aber steht die Konsolidierung des Haushalts 2010 auf der Tagesordnung des Schul- und Kulturausschusses. Dessen Mitglieder beraten am Donnerstag, 11. März, um 15 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses.