Unsere Lieblinge: Alex Haas und Stefan Noelle lieferten ein Programm, das für viele zur Lieblingsveranstaltung geriet. Foto: Wal
Und im Programm? Da spielten Unsere Lieblinge ein Wahnsinns-Medley zum Thema „Auf der Straße“ mit gefühlten 100 Songs – von Elvis’ „In the Ghetto“ über AC/DCs „Highway to Hell“ bis zu Fleetwood Macs „Go your own Way“. Seit 18 Jahren besteht das Duo, das mit spontanem Humor und überraschenden Arrangements das Publikum restlos begeisterte. Zuvor hatte Antara Raiy Frei ihren jungen Zuhörern sechs verschiedene Kräuter zum Basteln von Kräutersäckchen angeboten. Ehe sie die erwachsenen Besucher drei Kräuter kosten ließ: Brennnesselsamen, Spitzwegerichblätter und Schafgarbe. Rund 20 Minuten lang wurde dann geschlemmt: Neben Löwenzahnpesto gab es Schokoladenkekse mit Tannenspitzen und Zaubertrunk. Zwischen Dutzenden Bildern von Barbara Bauer las Inge Simon gleich zweimal aus ihren Memoiren. Charmant plaudernd tanzte die 91-Jährige über die Seiten, um auch mal launig zu kommentieren: „Das interessiert Sie jetzt nicht, das ist nur für Hamburger spannend.“ Über den Hamelner Aufklärer Franz Georg Ferdinand Schläger sprach Bernhard Gelderblom im Saal am Münsterkirchhof, der 1922 ein Kino mit 229 Sitzplätzen beherbergte. Schläger, der 13 oder 14 Kinder hatte, wirkte bis zum Alter von 88 Jahren in der Stadt. Ein Wochenblatt, die Hamelnschen Anzeigen, brachte er ab 1823 heraus, weiterhin zwei überregionale Zeitungen. Mit acht Mann unter zwölf farbigen Scheinwerfern endete das Festival. PolkaHolix aus Berlin hatten sechs verschiedene Blasinstrumente zur Verfügung und interpretierten damit „Das Model“ von Kraftwerk, Trios „Herz ist Trumpf“ oder Schlager à la „Marina“.