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Martin Rütter: „Haustiere fanden meine Eltern immer sinnlos!“
Hameln. Weil er keinen eigenen Hund bekommen hat, bettelte er als Kind in der gesamten Nachbarschaft, um mit Nachbars Hunden Gassi gehen zu dürfen. Heute ist er selber Herrchen. Und was für eines. Mit seiner „Hund – Deutsch / Deutsch –  Hund“-Tournee kommt der beliebte Tierpsychologe und TV-Hundecoach am 20. März in die Rattenfängerhalle. Julia Marre verriet er vorab, was dort passieren wird…
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Martin Rütter schaut Jamie und Fynn beim Versuch eines Schachspiels zu. Die Vermenschlichung der Tiere sei der häufigste Fehler, den Menschen im Umgang mit Hunden machen, sagt der Tierpsychologe.
 

Herr Rütter, im Fernsehen sind Sie so eine Art „Super Nanny“ für Hunde. Was passiert bei Ihren Bühnenshows, wenn kein Hund dabei ist?!
Meine Sendung gab es zwar schon lange vor der „Super Nanny“, aber es ist vergleichbar, was wir machen. Ich gebe auf der Bühne nicht das klassische Coaching. Aber ich bringe die Leute dazu, dass sie sich zwei Stunden lang biegen vor Lachen – indem ich Geschichten erzähle, die ich erlebe. Natürlich gebe ich auch Tipps mit. Aber im Grunde geht es ums menschliche Verhalten.

 

Dann ist diese Art „Infotainment“ also auch für Nicht-Hundebesitzer geeignet?
Absolut. Im Schnitt kommen 1000 Zuschauer, von denen bestimmt 200 keinen eigenen Hund haben. Es hat sich rumgesprochen, dass es lustig ist. RTL filmt schon meine Bühnenshows und strahlt sie freitagabends aus. Ich ziehe an so einem Abend viele Vergleiche zu Paar- und Eltern-Kind-Beziehungen. Warum etwa ist es gleich ein Fall für die „Super Nanny“, wenn das Kind den Vater am Abend stürmisch begrüßt und ihn anspringt? Und wenn der Hund das nicht tut, wundert sich Herrchen gleich mit einem besorgten „Ja, wo ist er denn...?!“

 

Zählt das zu den häufigsten Fehlern, die Menschen im Umgang mit Tieren machen?
Ja, es gibt da zwei Kernpunkte. Zum Einen ist es die extrem starke Vermenschlichung des Hundes. „Guck mal, da kommt der Papa“, wird gerufen. Aber der Hund reagiert eben nicht wie ein Mensch. Dennoch trauen wir ihm starke kulturelle Leistungen zu. Das Zweite ist, dass sich viele Menschen so schwer damit tun, konsequent zu sein. Die Leute sind nicht durchgängig klar verständlich für ihren Hund. Vom Kopf her verstehen sie ihn. Aber emotional ist es schwierig für sie zu bewerten.

 

Hunde gibt es ja überall, auch in unzähligen Zeichentrick- und Fernsehserien. Wen mögen Sie lieber: Snoopy oder ScoobyDoo?
Eindeutig Snoopy. Weil er die Art Hund ist, die ich so liebe: Er steht über den Dingen, ist überheblich, aber er hat alles im Griff. ScoobyDoo ist mir zu trottelig. Ich mag Plan-B-Hunde, die auch umdenken können – wie Snoopy.

 

Und wenn Sie sich zwischen Lassie und Kommissar Rex entscheiden müssten?
Kommissar Rex mag ich null. Er ist ein ästhetisch schöner Hund, aber die Machart der Serie ist ohne Charme. Lassie ist mein Favorit, weil ich ihn natürlich schon von Kindheit an kenne. Aber ich muss gestehen, dass ich auch mal eine Lassie-Parodie sehr schön fände: Lassie bellt zweimal und alle wissen, dass drei Kreuzungen und sieben Straßen weiter zwei Kinder in Gefahr sind – das ist doch absurd.

 

Mögen Sie lieber Pluto oder Struppi von „Tim und Struppi“?
Struppi kenne ich zu wenig. Aber Pluto mochte ich deshalb, weil er so liebenswert ist und ganz unaggressiv. Auch wenn er ein bisschen der Tölpel ist wie Scooby…

 

Mehr bekannte Hunde sind mir ehrlich gesagt nicht eingefallen…
Oh, da kann ich helfen. Ich war immer ein großer Comic-Fan! Da gibt es noch Rantanplan von „Lucky Luke“. Der ist zwar richtig blöd und tut im Nachgang immer so, als hätte er alles im Griff gehabt. Doch ihn mag ich noch lieber als Idefix von „Asterix und Obelix“. Aber natürlich mag ich sie alle – allein deshalb, weil sie Hunde sind.

 

Mögen Sie eigentlich Katzen?
Also mein Hund hat die zum Fressen gern. Ich hatte auch mal Katzen. Aber Hunde binden sich natürlich enger an den Menschen und zeigen mehr Reaktionen – die sind mir lieber!

 
Artikel vom 26.02.2010 - 12.29 Uhr
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