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"Die Legende von Aang": Fantasymärchen ohne dramaturgische WuchtVon Michael Ranze
Die großen Zeiten des Hollywood-Regisseurs M. Night Shyamalan scheinen vorbei zu sein. Mit „The Sixth Sense“ (1999) und „Unbreakable“ (2000) hatte er überraschend-originelle Horrorfilme vorgelegt. Zuletzt aber griff er mit „Das Mädchen aus dem Wasser“ (2006) und „The Happening“ (2007) daneben. Sein neuer Film nun basiert auf der beliebten Zeichentrick-Serie „Avatar, the Last Airbender“ des Fernsehkanals Nickelodeon, auf die ihn seine Töchter aufmerksam gemacht haben sollen. Von US-Kritikern wurde er geradezu mit Häme überschüttet. „Langweilig“, „uninteressant“, „fade Charaktere“, „schlecht gespielt“, „verwirrend geschrieben“ – so lauteten die Urteile. Kritik erntete auch die nachträglich erstellte 3D-Konvertierung (in Hameln nicht zu sehen), deren Look blass und einfallslos wirkt.
Fast ist man geneigt, den Regisseur in Schutz zu nehmen, doch sein Film macht es dem Zuschauer nicht leicht. Shyamalan präsentiert eine Fantasy-Welt, in der die vier Elemente – Luft, Wasser, Erde und Feuer – von verfeindeten Fraktionen kontrolliert werden. Als Mittler zwischen ihnen gab es bis vor 100 Jahren noch einen Avatar, doch der ist verschwunden. Und so versuchen die bösen Firebender, die gerne mal mit Feuerkugeln werfen, die Weltherrschaft zu erringen. Doch ein kleiner Junge namens Aang (Noah Ringer) könnte die Nationen wieder vereinen. Immerhin ist er der letzte Überlebende der Luftnomaden und soeben aus dem ewigen Eis befreit, in das ihn die Wasserstämme verbannt hatten.
Es geht im Folgenden also um den Kampf Gut gegen Böse, um eine Erlöserfigur, um zahlreiche archaische Mythen und religiöse Anspielungen. Für einen Kinderfilm ist das ein bisschen zuviel an Referenzen und Diskussionsstoff. Trotz des Off-Kommentars, der dem Ganzen noch Halt zu geben versucht, wirkt die Handlung des Fantasyfilmes bruchstückhaft und zerfasert, von Zusammenhang keine Spur. Die unvermeidliche Folge: Die einzelnen Szenen entwickeln keine dramatische Wucht und bleiben seltsam konturlos. „Die Legende von Aang“ ist der erste Teil einer Trilogie, die 2011 und 2014 auf der Leinwand fortgesetzt werden soll. Doch nach misslungenem Start ist das kein Versprechen.
- „Die Legende von Aang“ läuft derzeit im Hamelner Maxx-Kino täglich um 15, 17.30 und 20 Uhr. Heute auch in der Spätvorstellung um 22.30 Uhr.