Aktuelles Kultur
Gospel im Münster: Wo das Showbiz auf die Verkündigung trifft Von Ernst August Wolf
Hameln. Bei manchen Konzerten steht nicht die Feinheit des Klanges, sondern das emotionale Gesamterlebnis im Vordergrund. So auch beim Gastspiel der New York Gospel Stars im Münster. Ein Jahr lang hatte das von Ruth Hegemann geleitete Kirchenmusik-Team sich um die von Bochum aus quer durch Deutschland tourende Gruppe bemüht. Mit Erfolg.
„Das ist die zweite große Deutschlandtour der New York Gospel Stars“, so deren Betreuer Jan Ten Cate. Innerhalb eines Vierteljahres absolvieren die vier Sängerinnen und fünf Sänger mit rund 80 Konzerten einen wahren Tournee-Marathon.
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Einfallsreiches Spiel: "Tom Sawyer" als sympathisches Stück Von Julia Marre
Hameln. Wo der Mississippi fließt? Na klar, mitten durchs Theater. Dort nämlich zeigte das Figurentheater Filou Fox aus Hannover nun seine wundervolle Interpretation der Abenteuergeschichte um Tom Sawyer und Huckleberry Finn – frei nach Mark Twain. Bevor es losgeht, befreien sich die Puppenspieler Christian Kruse und Achim Fuchs aus einer selbst erdachten Rahmenhandlung. Sie berichten vom verspätet eintrudelnden Dampfer, weil sich ein Krokodil in dessen Rad verfing. Setzen sich an den Bootssteg neben ihr Gepäck und seufzen: „Das kann ja lustig werden.“ Oh ja, das wird es.
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Krystian Zimerman: Dieser Pianist beherrscht alle Zwischentöne Von Karla Langehein
Hannover. Zwei Werke in freundlichem Fis-Dur rahmten das Programm, dessen Kern von den Molltonarten der beiden großen Sonaten und des Scherzos op. 31,2 dominiert wurde. Ein Programmzuschnitt, mit dem Krystian Zimerman schon im Ansatz das verbreitet einseitige Chopin-Bild verwischte und seine Sonderstellung unter den Pianisten unserer Zeit unterstrich. Weit entfernt vom Glamour jener gefeierten austauschbaren Tastenlöwen, die sich merkwürdig ähneln, ist Zimerman auf Tasten und Pedal zwar nicht immer so unfehlbar wie sie, aber unverwechselbar und eine Interpretenpersönlichkeit von seltener Größe.
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Mit furiosen Soli und Ensembles Von Richard Peter
Hameln. Zuletzt: stehende Ovationen für „Tapeando“ – Wort-Mix aus Tap für Stepp in Englisch und dem spanischen „tapear“ für von einer Bar zur anderen ziehen – das am Samstagabend die Hamelner im proppenvollen Theater restlos begeisterte. Bewunderung für eine virtuose Show – und „Tap Olé“ ähnlich faszinierend, wenn auch riskanter Vergleich, wie die Koloraturarie einer Königin der Nacht. Nur statt gesungen – getanzt.
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"Wie ein dicker Schneeball, der immer größer wird" Hameln. „Eine Frage des Vertrauens“ heißt der ZDF-Fernsehfilm der Woche, der am Montag ausgestrahlt wird. Annette Hess aus Dörpe schrieb dafür das 110 Seiten umfassende Drehbuch. Ein Jahr lang dauerte es von der Idee bis zur Verwirklichung. Drei Monate lang hat sie allein das Skript verfasst. Julia Marre sprach mit der Drehbuchautorin, die bereits unter anderem für den Film „Die Frau vom Checkpoint Charlie“ das Drehbuch verfasste.
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Bei "Harold und Maude" prasselt Comedy auf die zarte Romanze Von Julia Marre
Hameln. Es gibt keinen Beerdigungswagen. Auch keinen Jaguar. Die wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei fehlt. Niemand schnitzt hier eine Eis-Skulptur. Nachbarn? Fehlanzeige. Und eine Militärkarriere als Ausweg aus dem depressiven Eigenbrötler-Dasein wird nur am Rande erwähnt. Dennoch ist es längst nicht schlecht, was das Theater Osnabrück aus „Harold und Maude“ macht. Aus jener zauberhaften Geschichte des orientierungslosen 18-jährigen Harold, der auf einer Beerdigung die lebensfrohe und impulsive Maude kennenlernt. Aus jener leicht anarchistischen Komödie, die von der innigen Freundschaft zwischen dem Jungen und der Seniorin erzählt. Aus jenem Märchen, das zwar kein gutes Ende nimmt, aber dezent über das Leben, die Liebe und die Freundschaft philosophiert.
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Im Historienfilm „Henri 4“ wird viel gefochten und viel geliebt Von Michael Ranze
Keine Angst vor dicken Büchern, erst recht nicht vor langen Filmen: Heinrich Manns Roman „Henri Quatre“, verteilt auf zwei Bände, ist auch in der Taschenbuchausgabe noch schlappe 1600 Seiten stark. Die Verfilmung von Jo Baier kommt mit 155 Minuten aus. Gar nicht so einfach, die Fülle des Stoffes und die historischen Fakten unter einen Hut zu bringen. Kenner von Patrice Chéreaus „Die Bartholomäusnacht“ dürften, was das Verständnis angeht, im Vorteil sein.
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Wenn die Superfrau von Sozialismus säuselt Von Ernst August Wolf
Hameln. Auf der dunkelgrünen Couch, die unverrückbar im Zentrum der Bühne steht, vollzieht sich das Geschichtsdrama von Arthur Millers 1980 entstandenem, wenig bekannten Stück „Die Stunde Amerikas“. Gut drei Stunden lang erlebten die Zuschauer im mäßig besuchten Theater am Montag den Niedergang der Upper-Class-Familie Baum, die wie viele andere zum Spielball und Opfer wirtschaftlicher Gewalten wird. Ihr amerikanischer Traum wird durch die große Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre zu Albtraum und Trauma.
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Streitpunkt Serenadenkonzerte: Kreiskantor erhebt Vorwürfe Hameln (are). Wie kann man eine etablierte und traditionsreiche Konzertreihe einfach streichen, ohne das Konzept zunächst zu überdenken? Das fragt sich derzeit der Kreiskantor Hans Christoph Becker-Foss, wenn es um die Rotstiftpolitik der Verwaltung geht. „Dass die Serenadenkonzerte nach 67 Jahren einfach geschlachtet werden, ohne dass im Rathaus über eine Änderung nachgedacht wird, mache ich den Verantwortlichen zum Vorwurf“, sagte Becker-Foss nun anlässlich eines Pressegesprächs. Sein Vorwurf beruht auf Unverständnis: „Jetzt haben wir mit dem Saal im Haus der Kirche endlich einen geeigneten Kammermusikraum. Und nun gibt es kein Geld mehr…“
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"Alice im Wunderland": die Geschichte mit Ideen perfektioniert Von Michael Ranze
Irgendwann musste es passieren: Tim Burton, Hollywoods phantasievollster und bilderfinderischster Regisseur („Sweeney Todd“), hat Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“ verfilmt. Warum nicht schon eher?, fragt man angesichts des Einfallsreichtums, der ungewöhnlichen Bilder und des schrägen Personals, das wie gemacht ist für einen Burton-Film. Eigentlich ist „Alice im Wunderland“, 1865 veröffentlicht, ein Kinderbuch. Doch Carroll spielte mit der Sprache, gewann ihr Widersprüchlichkeiten ab und gebrauchte logisch-semantische Paradoxien in so meisterhafter Weise, dass Figuren und Zitate aus dem Märchen in den Sprachgebrauch übergingen.
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Das grandiose Fest der Bonsai-Gitarren Von Martin Jedicke
Hameln. Nein, mit hawaiianischer Musik hat das Ukulele Orchestra of Great Britain wenig am Hut, auch wenn der Konzertauftakt am Sonntagabend im ausverkauften Theater Hameln das Genre streift. Die Ukes, wie sie von ihren Fans genannt werden, stromern entspannt durch die Musikgeschichte und nehmen mit, was sie am Wegesrand auflesen. E- oder U-Musik – solche Kriterien kennen sie nicht. Gecovert wird, was gefällt. Acht Ukulelen, acht Sänger, acht Stimmlagen.
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„Orgel plus…“: die interessante neue Perspektive Von Ernst August Wolf
Hameln. „Eine wunderbare Idee, die auch zu anderen Anlässen im Kirchenjahr praktiziert werden sollte“, fasste einer der rund 40 Besucher der ersten Veranstaltung von „Orgel plus…“ seine Eindrücke zusammen. Das Konzept stammt von Ruth Hegemann, der Leiterin des Kirchenmusik-Teams des Münsters: „In ‚Orgel plus...‘ geht es darum, Texte und Melodien ausgewählter Lieder aus dem evangelischen Kirchengesangbuch in ihrem jeweiligen historischen, kirchen- und musikgeschichtlichen Zusammenhang vorzustellen.“
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Havana lassen ihr Publikum in Sommerlaune barfuß im Sand tanzen Von Mareike Katharina Besecke
Hameln. Heiße Salsa-Rhythmen und eingängige afro-kubanische Beats boten am Freitagabend die Musiker der Band Havana. In der sommerlichen Strandkulisse der Sumpfblume ließ sich bei hohen Temperaturen das Publikum von der elfköpfigen Gruppe auf den Sommer einstimmen.
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„Es ist ein tolles Gefühl, wenn ein Fan unsere Songs mitsingt“ Hannover/Hameln. Ihr Pop-Jazz mit deutschen Songtexten wird schon mal im NDR gespielt. Nun hat die Birte Gäbel Band, deren Mitglieder teils aus Hameln stammen, ihr erstes Album veröffentlicht. Und ist dem Traum vom Musikerdasein somit näher gerückt. In Hannover feierte die Gruppe am Samstagabend im Kulturzentrum Faust ihr CD-Release-Konzert. Hier erzählen die Songschreiberin und Sängerin Birte Gäbel sowie ihre ebenfalls auf der Bühne stehende Schwester Anne-Brit, wie sie den Abend erlebt haben.
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Martin Rütter: „Haustiere fanden meine Eltern immer sinnlos!“ Hameln. Weil er keinen eigenen Hund bekommen hat, bettelte er als Kind in der gesamten Nachbarschaft, um mit Nachbars Hunden Gassi gehen zu dürfen. Heute ist er selber Herrchen. Und was für eines. Mit seiner „Hund – Deutsch / Deutsch – Hund“-Tournee kommt der beliebte Tierpsychologe und TV-Hundecoach am 20. März in die Rattenfängerhalle. Julia Marre verriet er vorab, was dort passieren wird…
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